14. November bis 30. Januar 2027
Gerhard Altenbourg zum 100. Geburtstag
Ausgewählte Unikate und Druckgrafiken
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Am 22. November 2026 jährt sich der Geburtstag von Gerhard Altenbourg zum 100. Mal und es ist uns Freude und Verpflichtung, diesen einzigartigen Künstler und Dichter, der in der Geschichte der Galerie Brusberg seit den 60er Jahren eine große Rolle spielte, mit einer Ausstellung zu würdigen.
So abseits der (Kunst-)Metropolen er im thüringischen Altenburg bis zu seinem frühen Tod 1989 lebte und arbeitete, so eigenständig und schwerlich einzuordnen ist sein großes Werk aus Zeichnungen, Druckgrafiken, Künstlerbüchern, Metallarbeiten und Schriften. So verbunden er sich seiner Heimat und ihrer Landschaft fühlte, so weit war sein geistiger Horizont. Intensiv beschäftigte er sich mit der Kunst seiner Zeit und der Vergangenheit, war belesen in Literatur, Philosophie, Psychologie, Geschichte und Naturwissenschaften, pflegte Freundschaften zu und den Austausch mit Kollegen, Literaten, Sammlern.
Thematisch gliedert sich Altenbourgs Werk in Köpfe, Landschaften und Szenen, doch wächst aus manchem Haupt eine Landschaft und verbirgt sich in mancher Landschaft eine Figur in einer Art von fantastischem Realismus: verspielt, versponnen, verzaubernd. Poetische Titel, mal Zitate aus seiner Lektüre, mal eigene Wortschöpfungen, weisen dem Betrachtenden einen Weg und eröffnen Deutungsräume.
Altenbourg arbeitete auf feinsten Papieren und mit einer Vielzahl von Zeichenmitteln wie chinesische Tusche, Aquarell, Bleistift, Pastell, Litho- und Pitt-Kreide, Sepia, Rötel, Sibirische Reißkohle, die er genau verzeichnete. Häufig umfing er ein Motiv zunächst mit einer großen, schwung- und kraftvollen Linie, um dann die Flächen in zahlreichen Schichten mit allerfeinsten Tupfen und Strichen zu füllen, sodass die Blätter schon aus dem Abstand anziehen, um dann in der Nahsicht zur Vertiefung einzuladen.
Neben den Arbeiten auf Papier nimmt das druckgrafische Werk einen breiten Raum in Altenbourg Schaffen ein. Beginnend mit den Lithografien ab 1949/50, in denen er teils drastisch und grotesk seine traumatischen Kriegserlebnisse verarbeitete, über die Farbholzschnitte ab 1959, bis zu den Kaltnadelradierungen ab 1981, die in der Kassette der „Schnepfenthaler Suite“ aus der Edition Brusberg von 1989 ihren Höhepunkt fanden.
Für unsere Ausstellung haben wir eine besondere Auswahl unikaler als auch druckgrafischer Werke zusammengestellt, die aus zwei westdeutschen Privatsammlungen als auch aus unseren Beständen stammen.